„Don’t panic, it’s organic”, so der Leitspruch der nachhaltigen Kollektion Wunderwerk aus Düsseldorf. Macher Heiko Wunder gehört zu den bislang wenigen, deren Handschrift so überhaupt nicht nach „öko” aussieht. Und genau das suchen derzeit viele Einzelhändler. Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Manche waren in Berlin allerdings enttäuscht über das allgemeine Angebot, weil es zu sehr Richtung Naturtextil-Handel ausgerichtet sei. Wunderwerk zeigte seine DOB- und HAKA-Linien diesmal auf keiner Messe, sondern in einem seiner drei Läden. In Berlin in der Kastanienallee.


TextilWirtschaft: Herr Wunder, wie lebt es sich in der Nische?
Heiko Wunder: Wir sind gar nicht in der Nische, wir sind im Handel. Preise, Mode, Umfeld, Marke – in allen Punkten muss man sich klar positionieren. Viele Einzelhändler sind derzeit auf der Suche nach nachhaltiger Mode. Sie trauen sich teilweise noch nicht. Unsere Regel Nummer eins ist, dass wir das richtige Umfeld benötigen.


Was ist das richtige Umfeld für Wunderwerk?
Neben Marc O’Polo, Nudie oder Closed etwa. Wir haben ganz besondere Qualitäten, die neben Mainstream-Labels weniger wahrgenommen werden. Kunden wie L&T in Osnabrück, Braun in Moers oder P&C in Düsseldorf wollen nicht nur schöne Inhalte, sie wollen Geld verdienen. Bislang sind die wenigsten Labels wirklich flächenfähig, somit muss man Inseln schaffen und zwei, drei Labels miteinander kombinieren, um so Flächen zu bespielen. Bei kleinen Kunden ist die Sachlage einfacher.


Welche Neuheiten zeigen Sie für Frühjahr 2019?
Bei uns ist der Denim-Part mit 40% vom Umsatz sehr wichtig. Wir haben nochmals in neue, nachhaltigere Waschungen investiert. So zeigen wir Produkte aus der neuesten High Tech-Wäscherei in Tunesien die auf Ozon-Basis arbeitet. Die Bleached- Jeans sehen aus, als wären sie chemisch behandelt, sind es aber nicht. Auch die Rinse-Waschungen kommen mit noch weniger Wasser aus als im vergangenen Jahr. Der Verbrauch wurde von drei bis vier Liter auf 0,6 und 0,7 reduziert.


Sie verkaufen in Looks. Was wird wichtig zum nächsten Frühjahr?
Die Kollektion wird in der DOB femininer ausgerichtet mit einem französischen Twist à la Edith Piaf. Tencel gewinnt an Bedeutung, ebenfalls mit Schleifen oder Volants akzentuiert. Selbst bei den Herren gibt es kleine Spielereien mit Stehkragen oder besonderen Ärmel-Details. Unser Leitspruch zur nächsten Saison lautet demnach „pas de panique, c’est organique”.
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