LGBTQIA+ Community

So feiert die Branche den Pride-Monat Juni

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Stellung beziehen, seine Reichweite für gesellschaftspolitische Themen nutzen – das wird für Unternehmen nicht erst seit den jüngsten Ereignissen, wie etwa der Covid 19-Krise oder der Black Lives-Matter Bewegung, die weit über die USA hinaus Wellen schlägt, immer wichtiger. Und auch der nun beginnende Pride-Monat Juni ist eine weitere Gelegenheit für Unternehmen, sich nicht nur mit modischen Inhalten an die junge Klientel zu wenden, sondern zugleich die Werte zu kommunizieren und zu leben, für die man als Business steht.

Denn gerade die jungen Generationen Y und Z legen darauf besonders viel Wert – das zeigen auch zahlreiche Studien. Etwa eine von Spotify durchgeführte Befragung, in der 59% der 500 befragten Deutschen im Alter von 15 bis 37 Jahren angeben, „dass Marken fortschrittlichere Werte promoten und eine stärkere Rolle in der Gesellschaft einnehmen sollten“. Aber auch eine großangelegte Studie der Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM) in Heidelberg bestätigt, wie es GIM-Managing Director Jörg Munkes formuliert: „Bei keiner Generation zuvor haben sich materialistische so sehr mit sozialen Werten wie Gemeinschaftssinn überschnitten.“

Dabei sind die Voraussetzungen auch für die Feierlichkeiten, mit denen die LGBTQIA+-Community den Juni-Monat begeht, deutlich erschwert. So gibt es durch die anhaltenden Corona-Kontaktbeschränkungen etwa kaum Möglichkeiten für Paraden oder Events. Dennoch präsentieren viele Labels aus den Bereichen Mode, aber auch Sport und Beauty diverse Kollektionen und Kampagnen.

Fashion

Calvin Klein: #proudinmycalvins


Mit dem Hashtag #mycalvins wirbt Calvin Klein (Verlinkungen im Text jeweils zu den entsprechenden Instagram-Seiten) schon länger. Zum Juni wird dieser abgewandelt in #proudinmycalvins. Im Zentrum der Kampagne stehen neun Persönlichkeiten, die entweder Teil der LGBTQIA+-Community sind oder sich für diese stark machen – so etwa der taube, genderqueere, chinesisch-jüdische Schauspieler, Autor und Aktivist Chella Man oder der brasilianische Sänger und Dragqueen Pabllo Vittar. Abercrombie&Fitch veröffentlichen eine komplette Pride-Kollektion, die gemeinsam mit The Trevor Project entstanden ist – einer Organisation, die Krisenintervention und Suizidprävention für junge Angehörige der LGBTQIA+-Community anbietet. Inklusive Parfüm mit regenbogenfarbigem Flakon. Auch UGG veröffentlicht eine Pride-Kollektion an fluffigen, bunt gestreiften Hausschlappen – und postet „Pride for all, fluff for all.“  Ebenso Teva, die nicht nur auf Schlappen mit Regenbogendetails setzen, sondern zusätzlich an das It Gets Better-Projekt spenden – dessen Motto: „uplift, empower and connect LGBTQ+ youth around the globe“. "Each one of us is diverse" postet Diesel anlässlich des Pride-Monats. Die italienische Brand hat die 49-teilige Kapsel "Dedicated to Pride" lanciert, die Unterwäsche, Strandbekleidung und Accessoires umfasst. Auch Versace setzt auf eine limitierte Pride-Kapsel, die Active Wear wie Tanktops, Cropped Tops und Einteiler sowie Unterwäsche umfasst. Der Erlös wird an verschiedene Woltätigkeitsorganisationen gehen.

Levi’s hat bereits den 17. Mai, den internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie zum Anlass genommen, um ein Video zu veröffentlichen, in dem Mitarbeiter aus aller Welt sich für #LevisPride stark machen. Darüber hinaus haben zahlreiche weitere Mode-, Schuh- und Accesoirelabels wie Dr. Martens, Happy Socks und Pop Sockets Pride-Artikel lanciert. Selbst Ikea hat seine ikonische blaue Frakta-Tasche im limitierten Regenbogendesign aufgelegt. Sie wird schon jetzt für ein Vielfaches des Preises auf Ebay angeboten.

Die Otto-Tochter About You legt eine genderless-Kollektion vor. Dafür hat sich das Unternehmen mit dem Influencer und About You-Idol Riccardo Simonetti zusammengetan. Die Equality-Kollektion besteht aus 23 Teilen, es kommen T-Shirts und Hoodies, Denim-Designs und bunte Muster. Kernstück der Linie ist das Equality T-Shirt. About You spendet den Gewinn aller verkauften Equality T-Shirts für den guten Zweck. Der Erlös geht an die Organisation „Enough is Enough”, der größten deutschsprachigen Initiative zur Unterstützung der weltweiten LGBTI+ Community.

Sports

Fabletics: Strength in Unity


Auch in der Sportbranche nehmen sich gleich mehrere Labels dem Pride-Monat an. So lanciert etwa Reebok die „All Types of Love“-Kollektion und die „Proud Notes“-Kampagne, in der Influencer und Aktivisten aus der LGBTQ+-Community, ihre Freunde und Familie zu Wort kommen und ihre Geschichten teilen. Kernstück der Marketing-Offensive ist ein Film, in dem die Protagonisten die Schuhe, Kleidung und Accessoires der Reebok-Pride-Kollektion tragen. New Balance kündigt an, künftig mit GLSEN, dem Gay Lesbian and Straight Education Network, zu kooperieren – das Ziel: für alle Athletinnen und Athleten gleiche Bedindungen schaffen. Die Zusammenarbeit ist auf mehrere Jahre ausgelegt und umfasst eine Spende von 100.000 US-Dollar. Außerdem will New Balance künftig seine Reichweite für die Belange des GLSEN nutzen. Under Armour verkündet auf seinem Instagram-Kanal, sich mit seiner neuen Pride Collection gleich für mehrere gute Zwecke einsetzen zu wollen: „This year’s UA Pride Collection continues to celebrate all athletes. We are proud to partner with LGBTQIA+ non-profit organizations to support COVID-19 related response efforts.“ Puma veröffentlicht unter „From Puma with love“ ebenfalls einige Pride-Produkte. Diese werden nicht nur von Cara Delevigne gemodelt, 20% der Erlöse kommen auch ihrer Foundation sowie Organisationen zugute, die sich für die Rechte der LGBTQIA+Community einsetzen. Aber auch Adidas bietet auf seiner Webste einige Pride Pack-Produkte an – designt in Zusammenarbeit mit Athlete Ally und Stonewall. Nike interpretiert mit der „BeTrue 2020“-Kollektion gleich mehrere Klassiker aus Vergangenheit und Gegenwart, wie den Air Force 1 oder den Air Max 2090, neu – unter dem Motto „standing together to make a future where we can all BeTrue“. Fabletics spendet 10% seiner Pride-Kapsel an It Gets Better.

Beauty

NYX: Proud allies for all


Auch die  Beauty-Branche symbolisiert Solidarität mit der LGBTQIA+-Community und ruft zu mehr Toleranz auf. So startet etwa Douglas auf seinem Instagram-Kanal eine Challenge, bei der die Follower einen Pride-Look schminken sollen – der Gewinn: ein Reposting des besten Looks sowie einen Gutschein im Wert von 200 Euro. NYX verkündet in einem Post:In Partnerschaft mit dem @LALGBTCenter freuen wir uns, #PROUDALLIESFORALL anzukündigen. Es geht um den Aufbau eines globalen Netzwerks von Verbündeten, sodass jeder so unterstützt werden kann, wie er es verdient. Wir bilden eine Gemeinschaften und kämpfen für die Gleichberechtigung.“ Marc Jacobs Beauty launcht im Juni einen Gloss in mehreren Nuancen, der in einer Regenbogenverpackung daherkommt. Außerdem wird an die Organisationen Sage USA und Le Refuge Officiel gespendet – dazu der Hashtag: #gratefulnothateful.

 
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