Dramatische Pierrot-Krägen, überdimensionale Stoffrosetten an Hals und Hüfte, wallende Marabu-Federn, mysteriös verhüllte Gesichter - und als farblicher Hingucker ein knallgelber Ledermantel. Mit einer märchenhaften Show von Marc Jacobs nahm die New York Fashion Week am gestrigen Mittwoch offiziell ihren Abschluss. Als Gesamtkunstwerk betrachtet wirkt Jacobs’ Kollektion wie die Ausstattung für einen Fantasy-Film, aber zerlegt in ihre Einzelteile kristallisieren sich viele tragbare Elemente heraus - von legeren Anzügen mit voluminösen Bundfaltenhosen und knielangen Glockenröcken mit hüftschmaler Passe bis hin zu pastellfarbigen Sommermänteln.

Ein weiteres Highlight war die Calvin Klein 205w39nyc-Kollektion, für Kreativdirektor Raf Simons mit Referenzen an den Hollywood-Thriller “Der Weisse Hai” wieder in die Grusel-Kiste des amerikanischen Traums gegriffen hat. Auf einem blutrotem Laufsteg zeigte er Surfwear-inspirerte Looks aus Neopren, T-Shirts mit Blutsprenkel-Dessin und rote Plissee-Röcken mit frontalen Cutouts in From einer grossen Bisswunde. Mit nassen Haarspitzen und kaum Make-up wirkten die Models, als seien sie nur knapp den scharfen Zähnen des blutrünstigen Hais entronnen.

Deutlich optimistischer geht Michael Kors in die neue Saison. Als Antidote zu unserer komplizierten Welt will er seine Kundin im kommenden Sommer mit seiner Mode auf eine Traumreise an einen sonnigen Strand entführen. Handgemalte Blumen-Dessins und Beach-Szenen der australischen Künstlerin Christina Zimpel zieren Kleider, Röcke und Accessoires. Surfmotive sorgen für eine sportliche Note, während Volants und zarte Cashmere-Teile eine Prise Romantik beisteuern.

Am Donnerstag und Freitag zeigen noch "Emerging Designers presented by Above Time" mit Amour de la Mer by Maelisa Reed sowie Yeroc by Corey Woods, Helen Yarmak und Dorris Mottley, aber ein Grossteil der Einkäufer ist dann bereits auf dem Weg nach London, wo sich das Schauenkarussell ab dem 14. September mit der LFW weiterdreht.

Ganz neue Impulse hat es in New York nicht gegeben. Die Designer bleiben beim spannungsreichen Spiel mit Kontrasten von maskulinem Minimalismus, femininer Romantik und urbanen Sport-Looks. Labels wie Tom Ford, Boss, Oscar de la Renta, Phillip Lim, Calvin Luo und Carolina Herrera mixen gekonnt cleanes Tailoring mit sanften Elementen wie Volants, Rüschen, Spitze und transparenten Einsätzen, während bei Michael Kors, Tory Burch, Libertine, Prabal Gurung und Diane von Furstenberg aufwendiges Layering, Muster- und Materialmix für Impulse sorgen.

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