Berufe in Mode: Die Branche ist im Wandel und mit ihr die Berufsbilder. Die TW stellt in loser Folge Jobs und ihre Protagonisten vor.
Sein Steckenpferd ist Big Data. Manuel Conde analysiert. Er sitzt am Computer in der Esprit-Zentrale in Ratingen und schaut sich die Online-Abverkäufe der Männermode an. Er sieht, wie viele Teile pro Stunde gekauft und zurückgeschickt werden. In Echtzeit. Wer eine Weile mit dem 39-jährigen Spanier spricht, versteht, wozu Big Data gut ist.

Seine Hauptaufgabe beschreibt der E-Commerce-Merchandise-Manager so: „Auf Basis der Zahlen definiere ich jeden Monat das Sortiment für Esprit Men im Webshop.“

Aber nicht nur das. Er ist verantwortlich für Budgetplanungen und für Abschriften. Er entwickelt zusammen mit dem E-Marketing-Team Werbeaktionen und Newsletter-Themen. Er arbeitet eng mit dem Fotostudio zusammen, checkt die optische Darstellung der Artikel und organisiert Neuaufnahmen. Und aus den Zahlen, die über seinen Bildschirm laufen, kann er direkt die KPI (Key Performance Indikatoren) analysieren und die Effizienz des Online-Marketings beurteilen.

„Auf Basis der Zahlen definiere ich jeden Monat das Sortiment für Esprit Men im Webshop.“

Manuel Conde, E-Commerce Merchandise Manager, Esprit
Condes Arbeitsalltag ist klar geregelt. Er sitzt vor dem Monitor – im Gegensatz zu einigen Kollegen hat er nur einen – und checkt die Reports auf fünf verschiedenen Excel-Tabellen. Er vergleicht die Zahlen mit denen vom Vortag, denen von der Woche davor. Er ist ständig im Gespräch mit den Kollegen, dem Design-Team, den Category Managern und dem Produktmanagement. „Von mir bekommen die Kollegen direktes Feedback, was läuft und was nicht. Wenn sich ein Artikel als Renner entpuppt, kann ich sofort reagieren und nachordern. Auch Preise können wir gegebenenfalls anpassen. Nach oben oder unten“, erklärt Conde.

Aber er verbringt nicht die ganze Zeit mit den Zahlen. Manchmal fährt er auch zu Store-Checks, schaut sich Schaufenster an und die Kollektionen der Wettbewerber, holt sich Inspirationen für neue Kampagnen und Marketing-Ideen. Denn eigentlich kommt er vom Produkt. Bevor Conde E-Com Merchandise Manager wurde, war er Produktmanager, zuerst zwei Jahre für Inditex in Spanien, dann anderthalb Jahre für Zalando in Berlin. Dort ist er auch in den E-Commerce eingestiegen. Und hat sich in das Zahlen-Business verliebt.

Seine Liebe zu Esprit, wo er im Mai 2014 startete, währt schon länger. Schon als er noch für Bershka als Retail Manager arbeitete, hat er sich gern im Flagship-Store der Ratinger in Barcelona aufgehalten. „Ich fand schon immer, dass Esprit eine coole Marke mit viel Potenzial ist“, sagt Conde. Und auch fürs Modebusiness habe er sich schon immer interessiert. Auf Anraten seiner Eltern hat er erstmal den Master of International Business Law inklusive Auslandssemester in St. Petersburg gemacht. „Fashion und vor allem E-Com waren immer schon meine große Leidenschaft. Und ins Ausland wollte ich auch.“ Jetzt hat er beides. Einen Online-Job für eine große Modemarke in Deutschland.


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