Tradition verbunden mit modernem Lifestyle. So verstehen die Schwestern Sonja und Stefanie Ragaller ihre Almliebe-Welt. Tracht, die gradlinig ist, ursprünglich und heimatverbunden. 2012 haben sie bereits verstanden, dass es abseits der klassischen Tracht bei den jungen Menschen viel Lust auf einen ungekünstelten, modernen Stil gibt. Damals eröffneten sie den Almliebe-Onlinestore und drei Jahre später den ersten Almliebe-Laden, etwas versteckt im Glockenbachviertel.

Jetzt bringen sie ihr Konzept in die Münchner Innenstadt in die Hochbrückenstraße 10 mit vergrößerter Fläche auf 180m². Daneben betreiben sie im Modehaus ihrer Eltern in ihrer Heimatstadt Pocking und in Passau (seit 2017) weitere Trachtengeschäfte. Mit dem neuen Laden wollen sie sichtbarer werden in der Stadt der Tracht. Die TW hat mit Sonja Ragaller über Pläne und Aussichten gesprochen.

TextilWirtschaft: Seit Mitte Juli ist der neue Concept-Store in München geöffnet. Wie läuft er an?
Sonja Ragaller: Wir sind erstaunt, wie schnell es sich herumgesprochen hat, dass wir eine größere Fläche mit mehr Auswahl bespielen. In München ist die Konkurrenz groß, doch wir haben einen klaren Stil, eine klare Zielgruppe, sozusagen eine immer größer werdende Nische in der Tracht.

Wie würden Sie diese beschreiben?

Wir beschreiben es als bayerisches Lebensgefühl. Wir sprechen Menschen an, die wie wir Lust aufs draußen sein, aufs daheim sein, aufs bodenständig sein haben und trotzdem urban und modern denken. Uns gefällt die Musik von La Brass Banda, wir gehen gern in die Berge, zu den Tegernseer Waldfesten und auf die Münchner Wiesn. Diese Tradition gehört wieder zu unserem Alltag. Aus diesem Gefühl heraus ist eine liebevoll zusammengestellte Almliebe-Welt entstanden, die Tradition zeitgemäß interpretiert.

Sie haben die Konkurrenz in München angesprochen, online ist sie ja noch stärker.
Genau. Aber insbesondere im E-Commerce wachsen wir nach wie vor am stärksten. Unsere Zielgruppe ist es gewohnt, online zu kaufen. Es war deshalb sehr wichtig, gefunden zu werden im Netz. Von Anfang an arbeiten wir hart an unserer Online-Präsenz, zusammen mit einer spezialisierten IT-Agentur, die uns unter anderem bei der Suchmaschinen-Optimierung unterstützt. Gerade online ist es wichtig, sich abzuheben. Sonst haben zu viele Anbieter das Gleiche. Es ist nicht so einfach, ein modernes Sortiment zusammenzustellen. Viele Produkte scheiden aus, weil sie zu teuer, zu handmade oder zu altbacken sind. Wenn sie junge Menschen ansprechen sollen, muss man Fingerspitzengefühl zeigen und immer wieder was Neues bringen. So entwickeln wir jetzt beispielsweise jede Saison eigene Almliebe-Dirndl.

Die Einstiegspreislage gewinnt also an Bedeutung?
Ja unbedingt. Und da gibt es oft nur sehr altbackene Produkte. Wir picken aus manchen Kollektionen nur heraus.

Welche Anbieter sind für Sie derzeit besonders wichtig?
Gottseidank und Wenger. Zu unseren Stammlieferanten gehören auch Marken wie CocoVero, Amsel, Anno Domini, Sportalm, Meindl und Grasegger, eine Mischung aus eingesessenen Traditionsunternehmen und innovativen neuen Labels aus Oberbayern.

Wie beschreiben Sie den derzeit gefragten Almliebe-Look?
Bei den Dirndln etwa sind hochgeschlossene Formen ein starkes Thema. Sogenannte Waschdirndl aus Baumwolle laufen gut. Und bei den Dirndlblusen gibt es viele neue Ideen und Spitzenstoffe, die jedes Dirndl aufpeppen. Das Highlight für uns dieses Jahr bei den Accessoires: ein dekorativer Blumengürtel zur Dirndl-Schürze.

Mehr zu Trends und Themen im Geschäft mit der Tracht lesen Sie ab Mittwoch, 15. August, 18 Uhr, in der TextilWirtschaft auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und ab Donnerstag, 16. August, in der gedruckten Ausgabe.

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Store des Tages: Almliebe

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