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Best of 2018

Die Top 5 Aufsteiger

Gute alte Bekannte, aufgefrischt und neu interpretiert. Das waren die modischen Aufsteigerthemen des Jahres 2018. Die Radlerhose, extrem polarisierend, und plötzlich omnipräsent bei den Designerschauen. Ihr ist im kommenden Jahr auch im breiten Markt noch viel zuzutrauen. Bauchtaschen waren zwar schon im vergangenen Sommer stark auf den Straßen verteten. Aber der Hype dürfte noch nicht an sein Ende gelangt sein. Fünf Aufsteiger, die das Potenzial haben, im kommenden Jahr zu Topsellern zu werden.

Die Radlerhose

Chanel/Foto: Martin Veit
Ein neuer Star auf den internationalen Laufstegen: Die Radlerhose ist wieder da. Angefangen hat alles in den Achtzigern. Als die Band Milli Vanilli zu „Girl you know it’s true“ in engen Radlerhosen und Schulterpolster-Sakkos ihren großen Auftritt hatte. Auch in den Neunzigern sah man sie vereinzelt noch, so auch an Lady Di. Danach fristete die Radlerhose aus modischer Sicht ein eher tristes Dasein.

Doch das Schicksal der Biker-Pants nahm eine abrupte Wendung, als Kanye West vor einigen Saisons Models in engen, naturfarbenen Radlerhosen, Crop-Tops und überweiten Jacken über den Laufsteg schickte – und anschließend seine Frau Kim Kardashian diese Kombi dank Social Media und Paparazzi-Schnappschüssen salonfähig machte. Seitdem weicht die Abneigung gegenüber der Biker-Pant einer modischen Offenheit, die sich zuletzt auch in zahlreichen Influencer-Outfits zeigte. Letztlich sind es aber die Designerschauen dieser Saison – ob Mailand, Paris, New York oder London – die die Radlerhose modisch nach vorne katapultieren. Und eine neue Spielart von Athleisure auf die Laufstege und auf die Straße bringen.

Die Body-Bag

Liebeskind
Frauen, die gerne die Hände frei haben, es dennoch hip und chic lieben, trugen bisher meist Mini-Bag, und zwar crossover. Das könnte sich bald ändern. Denn die Belly- oder Belt-Bag, Bum- oder Hip-Bag, Gürtel- oder Bauchtasche, wie sie unsexy auf deutsch heißt, wächst sich zur ernstzunehmenden „angezogenen“ Alternative aus, die mehr und mehr Tasche denn Täschchen ist. An ihren Tragegewohnheiten muss Frau dabei nicht mal viel ändern. Denn wie die Mini-Bag wird auch die Body-Bag am besten quer über den Oberkörper drapiert. Ebenso lässig: Sie einseitig schultern wie in den Neunzigern den Rucksack auf dem Weg zur Schule. Der Trend kommt, selbstredend, von ganz oben: Gucci, Chanel, Fendi, sie alle pushen Belt- und Body-Bags.

Der Trekking-Schuh

Ganni
Terrex gehört nicht unbedingt zu den interessantesten und umsatzträchtigsten Sparten des Sport-Giganten Adidas. Recht leise finden die Bergschuhe und Hiking-Boots der Linie den Weg zu ihren Fans. Von Fashion ist da nichts zu spüren. In weiten Teilen der abenteuerlustigen Wander- und Outdoor-Klientel ist die Verbindung zur Mode sogar eher verpönt. Die Dinger sollen schließlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern auch bei Minus 20 Grad was taugen, heißt es ganz unverhohlen.

Für die Grantler unter den Hobbykraxlern dürften Yosuke Aizawas Kombinationen zum Frühjahr 2019 deshalb eine Zumutung sein. Der japanische Designer des Labels White Mountaineering spickt seine Kollektion ganz bewusst mit farbenfrohen, komfortablen und Halt gebenden Trekking-Schuhen. Ein Schlag der Hautevolee der Mode ins Kontor der Bergwanderfreunde.

Aizawa greift damit einen Trend auf, der bei den Männern zurzeit den kompletten Markt in Wallung bringt: die Lust auf Hybride. Warum sollte ein Profi-Wanderschuh nur robust und nicht auch komfortabel sein? Warum sollte er nicht gut aussehen? Fragen, die sich künftig nicht mehr stellen dürften, setzen die Trekking-Modelle doch ganz spielerisch sowohl funktionale als auch optische Akzente.

Batik-Drucke

Stella McCartney/Foto: Martin Veit
Spätestens nach dem ersten Ferienlager liegt es garantiert in jedem Kinderzimmerschrank: das Batik-Shirt. Süß sieht es aus, wenn die Kleinen voller Stolz ihr selbst gefärbtes Kleidungsstück tragen. Nur schön – das sind die Teile meistens nicht. Aus diesem Grund begegnen Erwachsene dem Thema oft mit Vorbehalt. Wer das jetzt noch trägt, ist doch ein Hippie, denken viele. Zwar haben Designer wie MSGM, Michael Kors und Lemaire schon für dieses Frühjahr auf Batik gesetzt, aber erst jetzt scheint die Zeit reif dafür.

In den vergangenen Saisons haben sich die Kreativen an nahezu jeder Dessinierung abgearbeitet. Auch wenn sich diese Muster-Mania zuletzt beruhigt hat, bringt die Batik-Taktik nach Blumen, Polka Dots, Streifen, Checks oder Animal Prints noch einmal Innovation in den Drucktrend.

Die jüngsten Schauen haben zudem eindrucksvoll veranschaulicht, wie die Batik-Teile fernab von jeder Kindheitserinnerung zum Must-have avancieren könnten: Die Outfits sind dann so richtig cool, wenn sie kein Strand-Feeling versprühen. Und – das ist besonders wichtig – höchstens zwei Farben kombinieren.

Das Rugby-Shirt

Acne Studios
Was haben das Rugby-Shirt und sein berühmtester Träger, Mick Jagger, gemeinsam? Sie kommen beide einfach nicht aus der Mode. Der Rolling Stones-Frontmann machte den Sport-Look der britischen Jugend in den Sechziger- und Siebzigerjahren modisch populär. Vor allem bei Gant und Ralph Lauren ist das Rugby-Shirt seit jeher ein Evergreen und ein echtes Key-Icon der Marke.

Stilprägend sind sein knopfloser, weißer Kragen ebenso wie die weißen Ärmel-Manschetten und breite, horizontal verlaufende Streifen als Colourblocking. Damit steht das Baumwoll-Shirt sinnbildlich für den typischen Preppy-Look, der sich über die Jahre modisch immer stärker weiterentwickelt hat. Im Herbst wurde der Casual-Klassiker von progressiven Brands wie Acne Studios wieder aufs Trend-Tableau gehoben. Auch Fast Fashion-Anbieter wie Asos pushen das Retro-Sweat insbesondere über preisgünstige Eigenmarken.

Die Kreativen verleihen ihm Neuigkeitswert, indem sie das Rugby-Shirt über progressive Streetwear-Outfits inszenieren. Hier trifft Elite auf Straße. Kombiniert zu weiten Dad’s-Pants und klobigen Dad’s-Sneakern entsteht so für die Millennials der ultimative Retro-Look aus Papas Altkleidersammlung.
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