Catwalk Frühjahr/Sommer 2022

Von Optimismus und Sinnlichkeit

Dolce & Gabbana
Endlich wieder Live-Events. Das feiern die Designer unter anderem mit Glam und Glitzer allover. Hier zu sehen: Dolce & Gabbana.
Endlich wieder Live-Events. Das feiern die Designer unter anderem mit Glam und Glitzer allover. Hier zu sehen: Dolce & Gabbana.

Stark, selbstbewusst und körperbetont auf der einen, feminin und verspielt auf der anderen Seite. Von New York bis Mailand feiern die Designer die Rückkehr zu physischen Veranstaltungen. Und zeigen sich, insbesondere in ihrer modischen Handschrift, so optimistisch und vielseitig wie lange nicht. Das sind die Top 25 Looks der zurückliegenden Schauenwochen.

Endlich wieder vor Ort. In Italien, Frankreich und auch den USA. Die internationalen Modehäuser setzen zunehmend auf Live-Inszenierungen, veranstalten After-Show-Partys und Get-togethers. Während sich zum Beispiel in London wie auch in Paris physische und digitale Events etwa die Waage halten, finden in Mailand bereits zwei Drittel der Schauen wieder vor Publikum statt.


Gemeinsam wird zelebriert. Das Wiedersehen, die langsame Rückkehr zur Normalität und die neuen Trends. Denn: Der Optimismus, den sowohl die Designer als auch die zunehmend internationalen Besucher an den Tag legen, spiegelt sich vielerorts auch auf dem Laufsteg wider.

Catwalk Frühjahr/Sommer 2022: Die Top-25 Looks

Hochstimmung

Mehr Glam, mehr Lautstärke. Looks für wilde Partys und ausschweifende Nächte, so lässt sich die wohl wichtigste Strömung der Schauenwochen beschreiben. Glitzer von Kopf bis Fuß, Metallic in allen Regebogenfarben oder mit Strass besetzte Fransen sind dabei das Plus Eins der Wahl. Für Hingucker sorgen auch voluminöse Federkleider, zu sehen etwa bei Fendi, oder hautenge Jumpsuits in Neon wie bei Saint Laurent. Grelle Farben von leuchtendem Gelb bis zu intensivem Lila geben ohnehin den Ton an. Für Office Looks wie auch für die Abendgarderobe.

Starker Auftritt

Chunky Sohlen, egal ob Riemchensandale oder Heel, runden nicht nur bei Acne Studios, Lanvin und Rick Owens die Looks ab. Ein dynamischer Bruch insbesondere zu femininen Kreationen. Zeitgleich kehren glamouröse, auffällige und detailreiche Heels zurück auf das Mode-Parkett. Schließlich wurden die heißen Modelle viel zu lange in die hintersten Ecken der Schuhschränke verbannt.

Hautnah

Die Designer von Mailand bis Paris zeigen eine neue Sexyness, ein neues Selbstverständnis für den eigenen Körper. Einblicke gewähren zum Beispiel Cut-outs – teils auch an überraschenden Stellen wie dem Oberschenkel oder der Schulter – sowie bauchfreie Looks. So setzt etwa Miu Miu auf großzügig abgeschnittene Blazer, um Tailoring einen neuen, verführerischen Dreh zu verleihen.

Zudem avancieren Bras, Bandeau -Tops, Mieder und Korsagen zum absoluten Key Piece. Mal lässig, mal elegant, aber immer im Mittelpunkt. Ein Comeback feiert hingegen der Mini – sowohl als Rock als auch als Shorts. In Denim, in Leder, in Strick. Ähnlich verführerisch: der Bondage-Trend. Feminin übersetzt bei Rodarte, kernig bei Drome und sportiv bei Ottolinger. Mal ist es die feine Schnürung, dann der harte Lederriemen, der sich um den Körper wickelt.

Bürotauglich

Fließendes, teils ungefüttertes Tailoring auf der einen, übergroße und kastige Silhouetten auf der anderen Seite. Die Officewear 2.0. ist mal sexy, mal bossy, mal hauteng, mal dekonstruiert. So zeigt Raf Simons Oversized-Hemden mit überlangen Ärmeln, während Lanvin den Blazer zum Bra kombiniert. Versace setzt hingegen auf Looks in schrillen Farben. Mut zur Farbe beweisen auch Dior und Chanel, etwa mit an die sechziger Jahre erinnernden Kostümen und knappen Kleidchen. Denn: Die Sixties sind zurück.

Zarte Töne

Neben dem klaren Bekenntnis zu mehr Körperbetonung und Selbstbewusstsein zeichnet sich zeitgleich eine neue Feminität ab. Verletzlich, verspielt, und doch: verführerisch. Denn die Rückkehr zur Eleganz bedeutet keineswegs, dass die Trägerinnen nicht mit ihren Reizen spielen. So geben transparente Looks, zu sehen auch bei Givenchy, No. 21 sowie Missoni, den Blick frei. Gänzlich unverhüllt, und dennoch von Kopf bis Fuß in fließende Stoffe gekleidet.

Fingerübungen

Handwerkliche Elemente schaffen neben all der Farb- und Glitzer-Explosion, neben Verführung und Power Dressing ein erdendes Element. Häkel-Details, Fransen, Grob- wie Feinstrick - all das sind die Zutaten etwa bei Chloé, Altuzarra, Jil Sander und Etro.

Die vollständige Catwalk-Analyse lesen Sie in der kommenden Ausgabe ab Mittwoch, 10. November 17 Uhr im E-Paper und Donnerstag, 11.November in der gedruckten Version der TW.

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