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Erste Trends von den Schauen

Halbzeit in Mailand: Ruhe hält Einzug

Das stärkste Signal bislang: Der Look wird ruhiger. Die Zeit exzessiver Drucke und übertriebener Deko-Hypes ist endgültig passé. Im Fokus stattdessen: monochrome Bilder, viel Konfektion, kaum noch Blümchen und Karos in den wegweisenden Kollektionen.

Selbst bei Gucci präsentiert Alessandro Michele ein gezügeltes, weniger eklektisches Bild. Auffällig viele maskuline oversized Anzüge bestimmen die Kollektion, die hier und da natürlich immer noch ein wenig Glitzer und Glimmer zeigt.

Mailand Fashion Week: Gucci H/W 2019/20



Tailoring, Kostüme und Anzüge auch bei Fendi. Doppelreihige Blazer und Blazermäntel, wadenlange Faltenröcke und überraschend wenig Pelz sind hier das Vermächtnis von Karl Lagerfeld, der zum Finale mit einer liebevollen Hommage verabschiedet und geehrt wird. Ohnehin kreisen abseits der Laufstege viele Gespräche um Karl Lagerfeld und sein modisches Erbe.

Mailand Fashion Week: Fendi H/W 19/20



Kein Pelz, aber dafür Teddyplüsch, haarige Wollmäntel und Strickjacken stehen im Zentrum bei Max Mara. Sie werden kombiniert zu 80er Jahre inspirierten Powerlooks mit breiter Schulter. Oversized Blazer zum Miniröckchen, übergroße Strickcardigans und lange Westen mit aufgesetzten Combat-Taschen zeichnen hier den Look. Auch bei Max Mara dominieren Unis, die nur vereinzelt von grafischen Animal-Zebrabildern aufgebrochen werden.

Mailand Fashion Week: Jil Sander H/W 2019/20



Gewohnt minimalistisch schließlich die Handschrift bei Jil Sander, wo Lucie und Luke Meier über das Spiel mit ausgearbeiteten, teils skulpturalen Silhouetten und vielfältigen Materialkontrasten eine anspruchsvolle, sehr moderne Interpretation des typischen Sander-Minimalismus schaffen.

Sehr facettenreich, aber ebenfalls deutlich reduzierter ist die Aussage schließlich bei Miuccia Prada. Sie wechselt von strengen Doubleface Tube-Kleidern und hoch geschlossenen zweireihigen Mänteln zu verkürzten Hosen - alles in Schwarz - zu zarter Spitze und wie handgemalten Rosen-Prints sowie schließlich hin zu toughen Military-Looks mit markanten aufgesetzten Taschen. Dazu kombiniert sie überwiegend derbe Boots und Springerstiefel, aber auch mal Glitzerpumps. Ein bisschen Glamour darf eben noch sein, aber vor allem streng und tough -  so sehen die italienischen Designhäuser die Frau im nächsten Herbst.

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