Immer schön leserlich schreiben. Und vor allem groß. Das schien eine der Design-Vorgaben im Jahr 2017 gewesen zu sein. Der Hype um Logos, Prints und großflächige Applikationen hat vor allem Urbanwear- und Designer-Kollektionen und darauf aufbauende Sortimente stark geprägt. Gute Bekannte aus den 90er Jahren wie Ellesse, Fila und Champion waren auf einmal wieder auf den Straßen zu sehen. Design-Linien wie Vetements, Off-White und Balenciaga haben den Trend zusätzlich befeuert. Selbst Häuser mit langer Histoire wie Dior oder Fendi sind sich für den Hype nicht zu schade.



Fast schon historischer Meilenstein für das Thema und zugleich auch Schubgeber für das Kollaborations-Business in Streetwear und Luxus war die Zusammenarbeit von Louis Vuitton und Supreme. Von Super bis Sellout fielen die Reaktionen aus. Auf jeden Fall hat die Aktion einen Zweck erfüllt: Aufmerksamkeit auf beide Marken zu lenken. Das steigert den Marktwert und lockt Interessenten an. Inzwischen hat Supreme seit Oktober dieses Jahres mit der Carlyle Group erstmals einen großen Investor an Bord.



Aus kommerzieller Sicht dürfte vor allem eine Marke extrem stark vom Logo- und Branding-Hype profitiert haben: Levi's. Die Jeansmarke lieferte mit dem Batwing-T-Shirt Topseller für unterschiedlichste Fashion-Formate. Die großen Online-Händler hatten den Klassiker genauso in den Warenkörben wie kleinere Multibrand-Händler oder Platzhirsch-Häuser. Jetzt will Levi's die nächste Stufe zünden und installiert „Print Bars”, an denen Konsumenten Produkte selbst gestalten, das Logo-Shirt um Städte-Skylines oder die eigenen Initialien ergänzen können.

Ein Comeback ist auch aus der Outdoor-Ecke zu verzeichnen. Der Ausrüster The North Face inszeniert sich zunehmend als Streetwear-Brand und das mit einigem Erfolg. Das Jubiläum des sogenannten Nupste Jackets wird mit Kooperationen und Neuauflagen öffentlichkeitswirksam begangen. Neben der markanten schwarzen Passe gehört auch der Logo-Schriftzug zum Auftritt zwingend dazu. Ohnehin ist diese eine Entwicklung beim Logo-Hype auffällig: statt nur Sweats und T-Shirts werden inzwischen auch Jacken und Sneaker großflächig beschriftet und bestickt. Und mit dem Fanschal hat ein Insider-Code der Hype-Hipster dieses Jahr den Sprung gen Mainstream geschafft. Ob Schwarz/Weiß oder krachend bunt. Hauptsache satt beschriftet mit reichlich Text.
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