Der Hype um Logo-Styles reißt nicht ab. Nach Big Brands wie Levi's und Calvin Klein haben sich Namen wie Ellesse, Fila und Tommy Jeans etabliert. Jetzt wollen weitere Brands angreifen.

Die Platzhirsche im Logo-Business sind zugleich oft Weltmarken. Levi's, Tommy Hilfiger Calvin Klein. Dazu Sportmarken, allen voran Adidas. Die gefühlt höchsten Neueinsteiger seit ein paar Saisons sind Fila und Ellesse. Die Sport-Labels konnten mit Retro-Looks aus dem Stand heraus große Artikelflächen gewinnen und sind omnipräsent in Urbanwear-Sortimenten auch großer Häuser. Lacoste öffnet sich nach und nach auch verstärkt dieser Logo-Mania. Hauptsächlich geht es um das Spiel mit dem Krokodil, doch auch Wordings und abgewandelte Motive kommen immer wieder zum Einsatz.

Die Finger vom Hype scheinen die Macher von Fred Perry zu lassen. Das britische Label ist schon länger mit Blick auf Fashion sauber aufgestellt. Top-Linien wie die mit Raf Simons sind klar im Luxus-Genre angesiedelt. Doch auch bei Basic-Styles wird auf eine überschaubare Distribution geachtet. Und so ist Fred Perry eine der wenigen Lifestyle-Marken, an denen sich Zalando bisher die Zähne ausgebissen hat.



Die Etablierten sollen unter Druck gesetzt werden. Dazu haben sich einige (einst) große Fashion-Namen aufgeschwungen. Best Company, Kult-Label der 80er ist wieder da und will das Logo-Spiel mit leuchtenden Farben und aufwendigen Stickereien für sich entscheiden. Die Jeansmarke Guess setzt ebenfalls voll Knallfarben und lanciert eine plakative „Farmers Market”-Kollektion, bei der natürlich auch Marken-Wordings nicht fehlen dürfen. Sanft in Richtung Fashion drehen die Macher von Lyle&Scott das Heritage-Label aus UK. Fette Wordings findet man hier nicht, stattdessen frische Farben und Colourblockings. Auch die Produkte sind auf urban und modisch gedreht. Neben Klassikern wie Polos und Blousons sind Trackjackets und Overshirts neu aufgemachte Styles. Das Polo-Label La Martina wiederum kommt aus einer komplett anderen Ecke und hat für einen Neuauftritt auf der Pitti Uomo in Florenz Bike-Polo-Spieler gegeneinander antreten lassen – natürlich im urban angehauchten Retro-Dress. Von gestickten Reitern keine Spur mehr, stattdessen Half-Zips, Sleeve-Prints, Track-Jackets.



Neben originären Mode-Brands sind es vor allem Sportlabels, die das Logo-Thema noch einmal deutlich ausbauen. So wollen zum Frühjahr 2019 Russel Athletic und Sergio Tacchini wieder angreifen. Hummel wiederum hat mit Hummel Hive eine eigene Fashion- und Logo-Linie ins Rennen geschickt. Ebenso Woolrich. Die für Premium-Jacken bekannte Marke startet im kommenden Jahr erstmals mit der neuen Kollektion Woolrich Outdoor. Der Fokus liegt auf modischen Wander-Styles. Und so sind auch hier Logo-Shirts zu sehen. Im Sport-Kosmos sehen auch die absolut etablierten Brands noch großes Potenzial. Beispiel PVH. Die Mode-Gruppe, die hinter den Marken Tommy Hilfiger und Calvin Klein steht, geht den Markt strategisch an und lanciert mit Tommy Sport (kommendes Frühjahr) und Calvin Klein Performance (ab August 2018) Linien, die gezielt die Lust auf Logos und Activewear zusammenbringen.



Dass die Logo-Welle vorerst nicht abebben dürfte, haben auch die Designerschauen der Menswear gezeigt. Sport und Logomania sind in den Luxus-Kollektionen omnipräsent. Hier forcieren viele Namen jedoch wieder das Spiel mit kleinen, überraschenden Elementen. Bei Palm Angels wurden Logo-Ideen gemeinsam mit der US-Marke Under Armour gezeigt. Zum Beispiel in Form von an die Brust gehefteten kleinen Emblem-Etiketten oder als Brustbeutel-Accessoires. Das Londoner Label BESFXXK wiederum griff zum Stage-Towel als Marken-Botschafter. Marcelo Burlon nutzte neben plakativ beschrifteten Gürteln, wie man sie zuvor schon bei Off-White gesehen hatte, bedruckte Fanny Packs, um Wordings unterzubringen. Fendi wiederum ging zwar auf Logo-allover-everything, zeigte dafür aber nicht den ganzen Namen, sondern beschränkte sich auf das Fendi-F. Selbst Prada kommt an dem Logo-Hype nicht vorbei. Zum Frühjahr wird der Markenname hier jedoch nicht platt auf T-Shirts gedruckt, sondern kommt klein und verspielt zum Einsatz. Zum Beispiel auf Rollkragen-Sweats und scharf geschneiderten Short-Shorts.



Lesen Sie mehr zum Thema Logo-Mania ab Mittwoch, 1. August, 18 Uhr, in der TextilWirtschaft auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und ab Donnerstag, 2. August, in der gedruckten Ausgabe.
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