Was kickt das Männerschuh-Geschäft im Herbst? Räumen Sneaker auch im Winter alles ab, oder wie lassen sich Kunden von Boots überzeugen? Und gibt es ihn eigentlich noch, den klassischen Büroschuh, der lange Zeit für sichere und stabile Umsätze stand? Statements von vier Marken-Machern zu vier Top-Trends.

Lloyd
Ulrich Becker-Steinberger, Chefdesigner Lloyd, über Boots und Funktion: Es geht schon lange nicht mehr darum, dass die Stiefel unbedingt vor Wind und Wetter schützen. Den Männern ist wichtig, dass der Schuh gut passt, komfortabel und bequem ist. Wir machen die Stiefel nie zu schwer und verarbeiten Lammfell, das am Schaft dann auch sichtbar ist. So spielen wir das Thema Komfort schon allein, wenn der Kunde den Schuh nur sieht. Der Stiefel ist ein sehr kommerzielles Thema und außerdem ist der Bon im Schnitt rund 20% höher als beim Halbschuh.

Timberland
Tom Czizegg, Senior Wholesale Manager, Timberland, über Boots und Saisonrhythmen: Wir beobachten in den vergangenen beiden Jahren speziell für warme Boots eine zeitliche Verschiebung der Nachfrage und damit auch der Umsätze in den Zeitraum November bis Februar. Dieses veränderte Konsumentenverhalten stimmt leider aktuell nicht immer mit den Saisonzyklen im Markt überein, was in der Konsequenz oftmals zu Lasten der Margen geht. Wir sehen jedoch gerade aktuell, dass wir mit modischen Themen wie dem „6 Boot Icecream Pack“ auch Mitte Januar noch Umsätze zu voller Marge erzielen.

Pepijn van Bommel, Commercial Director bei Floris van Bommel, über Hypes versus Hotseller: Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, über das viel geredet wird und dem, was sich im Laden tatsächlich gut verkauft. Im Dressed-Segment wird viel über Chelsea und Loafers geredet. Aus kommerzieller Sicht sind sie jedoch kein Mega-Hype. Sie gehören zwar unbedingt dazu, sind jedoch moderat im Verkauf. Wir setzen sehr viel auf Neuentwicklungen innerhalb unserer Kollektion. Neue Sohlenkonzepte für Turnschuhe und Casual-Modelle, immer wieder neue Brogue-Varianten, neue Laserungen, neue Leder und Farben, neue Linienführungen und Silhouetten – und natürlich neue, „dumme“ Jokes von Floris auf der Unterseite der Schuhe.

Melvin+Hamilton
Karim Choukair, Gründer, Designer und Geschäftsführer, Melvin+Hamilton, über typische Büroschuhe: Den typischen Büroschuh gibt es nicht mehr. Die Übergänge sind fließend und die Branche, in der man arbeitet, entscheidet wie modisch der Schuh sein darf. Zur Zeit würden gerne alle Sneaker auch im Office tragen, aber das wird sich auch wieder ändern, da bin ich mir sicher. Der klassische Businessschuh hat sich weiterentwickelt, mehr Komfort, mehr Style und vor allem mehr Farbe. Schwarz ist nicht mehr das Ende der Kreativität.

Lesen Sie die ausführlichen Gespräche mit den Machern sowie die umfangreiche Marktanalyse zum Thema Männerschuhe am Mittwoch den 13. Februar ab 17 Uhr im E-Paper der TextilWirtschaft sowie ab Donnerstag, 14. Februar in der gedruckten Ausgabe.
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