Paris Fashion Week

Clare Waight Keller debütiert vorsichtig bei Givenchy

Blauer Military-Mantel mit Goldknöpfen. Zarte Volantkleider mit einer freien Schulter. Kernige, kastige Lederjacke zum asymmetrischen Rock mit flatterndem Plissee-Einsatz. Vielfältig und vielschichtig – das Debüt von Clare Waight Keller bei Givenchy. Heiß gehandelt, mit Spannung erwartet. Wird sie, die für Chloé eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben hat, auch hier neue Maßstäbe setzen? Überhaupt setzen können nach rund zwölf Jahren, in denen Riccardo Tisci dem Traditionslabel ein hippes, teils glamouröses Image verschafft hat?

Pariser Designerschauen: Givenchy F/S 2018




Waight Keller tritt vorsichtig an das Erbe heran. Als wolle sie ausloten, wie sich Eleganz mit Coolness, französische Leichtigkeit mit sportiver Unbekümmertheit in ein neues Verhältnis bringen lassen. Am selbstverständlichsten gelingt ihr das bei den Schuhen und Accessoires: mit Cowboy-inspirierten Langschaftstiefeln und einer neuen Icon-Tasche, beide gleichermaßen Hotseller-Anwärter.



Es gehen auch bezwingende Outfits über den Laufsteg – mitunter aber klingt ein femininer Ton an, der doch weniger an Hubert Givenchy als an Chloé denken lässt. Es wird spannend zu beobachten sein, ob das wohl einfach der Ton von Clare Waight Keller ist und ob sie sich künftig tiefer in Givenchy einstimmt. Ihre Premiere wurde jedenfalls nicht ganz so frenetisch bejubelt wie die von Natacha Ramsay-Levi, ihrer Nachfolgerin bei Chloé. Das mag aber auch daran liegen, dass die Modebranche von Waight Keller mittlerweile sehr, sehr viel erwartet.

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