Torsten Hochstetter, Global Creative Director Puma, und Matthias Bäumer, Geschäftsführer DACH, im Gespräch mit der TextilWirtschaft über die Bedeutung von Influencern, das Verhältnis von Fashion und Sport und die Neuinterpretation von Klassikern.

TextilWirtschaft: Auf welche Trends setzen Sie für die nächste Saison?

Torsten Hochstetter: In den nächsten Kollektionen dominieren vor allem die Themen Street, Military und Nature. Es wird viel um Materialien, Gewebe oder Wirkwaren gehen, die Tiefe suggerieren. Aber auch um Verarbeitungstechniken wie Embossing oder Stickereien.

Das klingt ja zunächst nicht unbedingt nach Nature?

TH: Ja, aber es wird mehr ruptured, also rauer, interpretiert. Wir legen einen viel stärkeren Fokus auf die Art und Weise, Stoffe zu recherchieren, zu wirken und zu weben. Speziell in der Footwear können wir so etablierte Modelle wie Tsugi, Fierce oder Ignite Limitless noch einmal neu interpretieren.

Gibt es noch weitere Modelle, die neu aufgelegt werden?

TH: Unsere Historie spielt weiterhin eine bedeutende Rolle für uns. Klassische Silhouetten wie der Basket oder der Suede werden auch die nächsten Saisons in unterschiedlichen, neuen Looks designt. Aber immer so, dass es zu unserer Marke passt. Wenn Produkte zum Beispiel sehr colourblock-driven sind, werden sie etwas jünger und moderner umgesetzt.

Welche Innovationen gibt es?

TH: Wir bringen zum Beispiel viele technische Innovationen aus dem Bereich Performance, Running oder Training in das Design unserer Sneaker mit ein − wie Dämpfsysteme, Uppers, neue Leisten oder Toolings. Auch Seam-Sealings, die ja normalerweise aus dem Regen-Bereich kommen. Der Mix aus Fashion und Sport schlägt sich also auch im Design nieder.

Apropos Schuhe: Wie ist bei Puma prozentual das Verhältnis von Footwear zu Bekleidung?

TH: Derzeit ist der Bereich Schuhe Haupttreiber des Wachstums bei uns. Ein Drittel entfällt auf Textilien, gefolgt von Accessoires.

Zuletzt haben Sie angekündigt, auch verstärkt auf die Männer eingehen zu wollen. Wie erreichen Sie das?

Matthias Bäumer: Wir haben circa 20 männliche Influencer, die mit uns kooperieren − wie Youtuber Cheng Loew oder Magic Fox, aber auch einige aus der Musikszene. So trägt Sido aktuell bei seinen Festival-Auftritten Puma, gerade hat TheWeeknd in Las Vegas einen Schuh für uns präsentiert, peu à peu folgt die limitierte Puma x Xo Kollektion. Alles coole Jungs mit Millionen von Followern, die für Reichweite sorgen. Influencer Marketing ist einfach ein enorm wichtiges Instrument für uns geworden.

Gilt das auch für die weibliche Kundschaft?

MB: Auf jeden Fall. Global haben wir Markenbotschafterinnen wie Rihanna, Kylie Jenner oder Cara Delevingne, aber auch lokale, deutsche Meinungsbildner wie Pamela Reif, Vanessa Fuchs oder Anne Kissner. Die Kommunikation läuft nicht mehr von uns zum Kunden, sondern von Konsument zu Konsument − und ist dadurch ehrlicher, direkter und vertrauenswürdiger.



Matthias Bäumer wird auch auf dem Modemarketing-Kongress am 7. September in Frankfurt auftreten. Mehr Informationen gibt es auf www.dfvcg.de/mmk17
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