Der Salone del Mobile ist nicht nur die wichtigste Möbelmesse der Welt. Sie ist auch Anlass für sämtliche Architektur- und Designbüros rund um den Globus, sich mit kreativen Ideen hervorzutun und über Installationen und Präsentationen ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen. Mailand ist zur Designwoche ein Schmelztiegel kreativer Ideen. Auch viele Modehäuser partizipieren und trimmen ihre Schaufenster oder Flächen in Richtung Möbeldesign wie bei Mango oder Ermenegildo Zegna oder kreieren selbst Projekte wie Hermès oder Cos. Doch besonders die vielen Installationen in der Stadt sind Inspiration pur und Ideengeber dafür, wie Leben in der Zukunft aussehen könnte. Was auffällt: Alles rund um das Leben auf kleinem Raum wird oft thematisiert. Ebenso Konzepte, wie man die Natur in die Stadt holen kann. Das sind die fünf spannendsten Installationen von der Mailänder Designwoche:

Mini Living - Built by it all

Raum wird knapp werden – und so zählen in Zukunft vor allem Konzepte, die auch mit wenig Raum auskommen. Wie das aussehen könnte, zeigt Mini in seinem mit dem Londoner Architekturbüro entworfenen Wohnkonzept Mini Living – Built by it all. Vier Wohneinheiten auf 15-20 Quadratmetern Fläche in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlichem Grundriss bilden die Basis der Konzepte. Es entsteht eine Mikronachbarschaft in einer alten Fabrikhalle in der Zona Tortona, bestehend aus kleinen Wohneinheiten plus einer Gemeinschaftsküche, einem Fitnessraum und einem Atrium.

Die Installation soll das Bewusstsein dafür wecken, wie leerstehende Gebäude wie Fabrikhallen oder Einkaufscenter in Zukunft als Wohnraum genutzt werden können. Mini hat dafür die Mini Living-Initiative ins Leben gerufen. In Shanghai entsteht gerade schon das erste Projekt dieser Art mit 50 Wohnungen sowie Geschäfts- und Gemeinschafträumen.

Open Sky

Cos holte zusammen mit dem Künstler Phillip K. Smith den Himmel auf die Erde. Die Installation Open Sky im Innenhof des Palazzo Isimbardi stellt die Art in Frage, wie wir alle gewöhnlich die Welt wahrnehmen. Durch einen Spiegelfächer, der halbkreisförmig angeordnet ist, blickt man quasi in verschiedene Ausschnitte des Mailänder Himmels. Steht man mittig im Halbkreis, verschwimmen die Konturen gänzlich und es entsteht der Eindruck, man sei ganz von Himmel umgeben. Im Laufe des Tages und je nach Wetter verändert sich die Installation. Der Himmel und die Architektur des Palastes aus dem 16. Jahrhundert scheinen zu verschmelzen.

Hermès

Das französische Modehaus Hermès hat schon in den letzten Jahren mit aufsehenerregenden Präsentationen und Installationen zum Salone del Mobile von sich reden gemacht. Auch in diesem Jahr wurde diese Tradition fortgesetzt. 150.000 handgemachte marokkanische Zellige-Kacheln in unterschiedlichen Farben verwandelten das Museum La Permanente in eine marokkanisch anmutende Medina. Charlotte Macaux Perelmann, Artistic Director Hermès Maison, hat die Präsentation entworfen. Die leuchtenden Farben lassen eine ganz bestimmte Stimmung entstehen, in der die wenigen präsentierten Produkte  aus der Hermès Home-Kollektion ihren großen Auftritt bekommen.

Dimore Gallery

Fünf ganz unterschiedliche Welten in Zelten erschuf das Architekturbüro Dimore in seiner Galerie im Mailänder Viertel Brera. Die Themen lauten: arabischer Harem, Reise auf der Seidenstraße, Voodoo-Séance, Strandszene an der französischen Riviera und eine italienische Campingszene. Alle Zelte sind dem Thema entsprechend ausgestaltet, passende Musik und charakteristischer Duft untermalen die Szenerien zusätzlich.

Hidden Garden

Das Florentiner Architekturbüro Pierattelli Architetture schuf einen Ort der Ruhe inmitten Mailands pulsierendem Bankenviertel rund um den Piazza Gae Aulenti. Von außen nur eine unscheinbare weiße Mauer, verbirgt sich darin ein grünes Fleckchen Erde zum Durchatmen und Kraft tanken. Auf 100m² verwandeln unzählige Bäume und Pflanzen die Fläche in einen Mini-Park. Darin: lauter Vitra-Designklassiker zum Relaxen, wie der Eames Elephant oder der Panton und der Vegetal Chair. Durch die verspiegelte Wand im Innern wirkt der Raum größer als er ist. Große Leuchten sorgen dafür, dass der Mini-Park auch nachts ein lauschiges Plätzchen zum Relaxen ist.
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