Blick hinter die Kulissen. Viele Unternehmen aus dem Modebusiness haben erkannt, dass nicht nur Fläche und Ware gut aussehen müssen. Auch das "Dahinter" spielt eine immer wichtigere Rolle. Ob komplett grün, superstylisch oder kommunikativ – die Unternehmen lassen sich vieles einfallen, um ihren Mitarbeitern die Arbeitszeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Das sind die Top 5 Arbeitsplätze aus der Branche.

Das Firmengelände des DOB-Anbieters Opus im westfälischen Oelde ist mittlerweile schon fast eine Pilgerstätte für Interessierte, wenn es um zeitgemäße Arbeitsplätze geht. 15 Millionen Euro hat Firmenchef Stefan Leewe investiert, um eine ganz eigene Opus-Welt zu erschaffen. Die cleanen, urbanen Gebäude mit viel Raum und viel Beton beruhigen das Auge mit klaren Linien und Grün drumherum. Es wird komplett papierfrei gearbeitet, feste Arbeitsplätze gibt es nicht. Stattdessen kann jeder seinen Arbeitsplatz täglich neu aussuchen. Um sich über das großzügige Gelände zu bewegen, stehen Golf-Caddies zur Verfügung. Jeder Raum hat große Glasfronten mit Blick auf die parkähnlich angelegte Anlage mit See und Steg und Paddelboot. In der stylischen Kantine gibt es Slow Food. Das komplette Konzept wurde intern entworfen.  

Interview

"Das Büro muss zu den Mitarbeitern passen"

Uwe Linke

Wo Grün draufsteht, ist auch Grün drin, zumindest beim Outdoor-Spezialisten Vaude in Tettnang am Bodensee. Das Firmengebäude ist komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Von Teppichböden aus im Meer zurückgelassenen Fischernetzen bis zur Holzterrasse aus Walaba-Holz, das im südamerikanischen Surinam aus einem Stausee geborgen wird. Von Grünflächen nach Biodiversitätskonzept bis zur zehn Metern hohen Kletterwand. Von firmeneigenen E-Bikes bis zum Shuttle-Service ins Büro. Von einer „maximal energie-effizienten Gebäudestruktur“ bis zur Bio-Kantine. Das Konzept wurde mit dem Green Tec Award prämiert.

Das Headquarter des Discounters in der Innenstadt von Dublin ist 11.600m² groß und besteht aus mehreren Häusern zwischen denen die Mitarbeiter auf Brücken wandeln können. Es wurde 2011 von Primark gekauft und seitdem neu entwickelt. Insgesamt sind dort 600 Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt 40 Besprechungsräume, außerdem ein Café, Kantinen und ein eigenes Fitness-Studio in dem morgens um 6:30 Uhr die ersten Yoga-Kurse starten. Die Büros sind offen gestaltet, keiner hat Einzelbüros, selbst die Vorstandsmitglieder nicht. Sie treffen sich jeden Morgen in einem gläsernen, für alle einsehbaren Konferenzraum. Wer telefonieren oder ungestört sein will, kann sich in eine der Lounge-Ecken zurückziehen oder in einen Konferenzraum einbuchen. Verantwortlich für den Umbau ist das Londoner Architekturbüro MoreySmith.

Das Multilabel Modehaus May in Waldshut hat im vergangenen Jahr umgebaut. Seitdem erstrahlt nicht nur die Verkaufsfläche in neuem Glanz, sondern auch die Büroräume. Dem Inhaber Ulrich Gröber war das mindestens genauso wichtig. „Ich bin überzeugt davon, dass schönes Arbeiten absolut förderlich ist für Kreativität, Konzentration und Produktivität” sagt er. Rund 1 Mio. Euro hat der Inhaber investiert, um aus dem Lichthof eines ehemaligen Hotels helle Büroräume zu erschaffen. Es gibt außerdem eine Zone für Entspannung und Yoga, wo auch Massagen und Gesundheits-Workshops für die Mitarbeiter angeboten werden.     

 Bei Otto wurde die interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Spaces" ins Leben gerufen, um neue Konzepte zur Gestaltung der Innenräume zu entwickeln. Daraus ist das Projekt "Future Work" entstanden, das sich um die Neugestaltung des Otto Campus kümmert. Das Ziel: Mobiles, selbstbestimmtes Arbeiten ohne Einzelbüros. Viel Licht, ein Boulevard mit Wasserfontänen, Loungemöbeln und Grünpflanzen und statt Ecken und Kanten nur runde Formen und ansprechend pastellige Farben sollen das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern.    


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Die Unternehmenszentrale von Vaude in Tettnang und alle dort hergestellten Produkte sind klimaneutral. Wie Vaude mitteilt, wurden alle vom Unternehmen verursachten Treibhausgas-Emissionen erfasst, reduziert und durch eine Ausgleichzahlung an ein Klimaschutzprojekt kompensiert.

Einen ausführlichen Bericht über die neuen Arbeitswelten in der Modebranche lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der TextilWirtschaft ab diesem Mittwoch um 18 Uhr auf dem Smartphone oder Tablet für Android und iOS sowie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe.