Immer mehr Anbieter von High Tech-Materialien beschäftigen sich mit Recycling, abbaubaren Qualitäten und umweltschonenden Fertigungstechniken. Innovationen und Ideen beflügeln das Business. Ein Überblick.
Mectex, der italienische High Tech-Anbieter, präsentiert eine neue Serie biologisch abbaubarer Stoffe. Die Linie T-Green wird in Zusammenarbeit mit dem Faserhersteller Rhodia Solvay entwickelt. Beide Unternehmen haben sich offiziell zusammengeschlossen, um sogenannte Ecosoul-Stoffe aus nachhaltigen Nylongarnen zu entwickeln. Im ersten Schritt gibt es in der Frühjahr-Kollektion 2019 etwa Leichtgewichte mit und ohne Membranen für Daunen-Jacken oder technische Modelle. Regenbekleidung wird in verschiedenen Strukturen angeboten. Zwei Wege-Stretch und UV-Schutz sind ebenfalls Teil der T-Green Linie.

Lenzing, der Viskose-Spezialist aus Österreich, beliefert Unternehmen wie etwa Armedangels mit seiner in Europa produzierten EcoVero-Viskose. Diese neu entwickelte Faser komme aus lokaler und verantwortlicher Produktion. Das Kölner Eco & Fair-Label Armedangels hat erste Kleider und Blusen seit Anfang Dezember 2017 im Online-Store. Statt aus Bambus- oder Eukalyptusplantagen kommt der Rohstoff für die Zellulosefaser zu über 60% aus Österreich und Bayern. Das verwendete Holz sei FSC- oder PEFC-zertifiziert. Chemikalien werden zurückgewonnen und wiederverwendet. Zudem werde nur die Hälfte des sonst üblichen Wassers verbraucht.

Tintex, der nachhaltig arbeitende Stoffhersteller aus Porto, hat eine neue Kollektion aus Garnen entwickelt, die zu 90% ökologisch sind. Dazu gehören Garne aus Tencel, Modal, Mikromodal, Organic Cotton, ökologischem Leinen sowie Fasern aus Muscheln. Neu ist zudem das Ecotec-Garn von Marchi & Fildi, welches in der Herstellung 79% Wasser einspart. Zu weiteren Neuheiten zählt das Ecotec-Garn Phoenix mit wiederverwendetem Polyester. Neue Entwicklungen für den Athleisure-Trend greifen die Garne von Roica aus der Eco Smart-Familie auf. Auch darin werden nachhaltig zertifizierte Stretch-Fasern eingesetzt.

Cupro. Null Emissionen sind das Ziel von Asahi Kasei, dem Hersteller von Cupro-Fasern. Das Unternehmen hat die Zertifizierung GRS (Global Recycled Standard) erhalten. Wiederverwendeter Baumwollzellstoff wird in einem nachvollziehbaren Verarbeitungsprozess produziert und kann somit für ökologisch ausgerichtete Kollektionen eingesetzt werden. So befindet sich Cupro von Asahi Kasei etwa in den Kollektionen von Ipeker, Centro Seta und Viscotex. Spinner wie Ghezzi und Inovafil arbeiten mit zertifizierten Cupro-Fasern. Der DOB- und HAKA-Hersteller Drykorn zeigt lässige Streetwear-Styles aus Cupro Fabrics von Viscotex.