Bei der Neukonzeption von Modeläden lohnt sich immer ein Blick in andere Branchen, denn auch hier gibt es jede Menge spannende Projekte zu entdecken. Ob Apotheke, Indoor-Spielplatz oder neuartiges Partyzelt – Inspiration steckt in vielen Konzepten. Der eine glänzt mit herausragendem Design, der andere über die spannende Umsetzung des Community-Gedankens in die Realität. Fünf Projekte mit Potenzial auch für den Modehandel:

Peckham Levels

 

Was macht man mit einem nicht mehr gebrauchten, siebenstöckigen Parkhaus? Im Londoner Stadtteil Peckham, ein bis vor kurzem noch ziemlich trister Stadtteil, der aber gerade von der Kunst- und Kulturszene erobert wird, wurde eben dieses Projekt ausgeschrieben. Das Architekturbüro Carl Turner Architects bekam den Zuschlag und transformiert den tristen, grauen Bau seitdem in einen „Community Space“, wie sie es selbst nennen. Auf mittlerweile zwei Parkdecks sind mehrere Restaurants, ein Friseur, ein Kinderspielplatz und  ein Yoga-Studio entstanden. Außerdem werden demnächst in abgeteilten Boxen Arbeitsplätze, Studios und Ateliers für Kreative vermietet. Dabei wurde das Original-Flair beibehalten, wie z.B. die gelben Richtungspfeile auf dem Boden. Erst zwei der sieben Stockwerke sind bisher fertig. Es gibt also noch jede Menge Raum für Ideen.

Shelter

„Party to go“ – so könnte man das Shelter, entworfen von den Architekten Daniel Zamarbide und Leopold Banchini vielleicht am besten beschreiben. Es handelt sich dabei um eine aufblasbare Bar aus schwarzem PVC, die theoretisch überall aufgestellt werden kann, wo genug Platz ist. Durch das schwarze PVC entwickelt sich im Innern der Röhre sofort schummerige Bar-Atmosphäre, selbst am helllichten Tag. Die Pop-up-Bar ist perfekt für Events und man fragt sich, warum auf diese Idee nicht schon früher jemand gekommen ist.

The Student Hotel Campus Barcelona

Ein Hotel in Barcelona mit 21.000m² und 500 Zimmern richtig stylish und modern zu gestalten ist keine so einfache Aufgabe. Für das Projekt konnte die niederländische Hotelgruppe The Student Hotel das Architekturbüro Masquespacio aus Valencia gewinnen. Die Hotelgruppe richtet sich vorrangig an Studenten und Kreative und so lag ein Fokus auch auf den Aufenthaltsräumen des Hotels. So gibt es neben zahlreichen offenen und geschlossenen Sitzbereichen auch eine Freizeit-Area mit Tischtennisplatte und Tischkicker, einen Pool auf dem Dach und einen großen Arbeits- und Studierbereich, an dem gelernt und am Rechner gearbeitet werden kann. Das Design ist jung, bunt und urban. Knallige Farben treffen auf Neonschrift und Schwarz-Weiß-Flächen. Auch in den Zimmern setzt sich das poppige Design fort.  

Medly

Dass selbst eigentlich sehr traditionelle Unternehmen wie Apotheken mittlerweile richtig gut aussehen, zeigt, wie hoch die Anforderungen an alle stationären Geschäfte sind. Marg und Sahai Patel,  Inhaber der Medly-Apotheke in Brooklyn, wollten weg vom Image der klassischen Apotheke um die Ecke, wo man anonym und in nur sehr kurzer Zeit seine Medikamente abholt. Stattdessen sollte das Designteam von Sergio Mannino eine besondere Apotheke schaffen, zu der man gerne geht und für die man auch mal einen weiteren Weg in Kauf nimmt. Einmal versuchen sie das über das besondere Design der Räumlichkeiten, das für eine Apotheke außergewöhnlich ist. Aber auch das menschliche Erlebnis steht im Vordergrund. Anders als in anonymen, großen Apotheken sollen die Kunden hier in angenehmer Atmosphäre eine persönliche Ansprache erfahren. Es gibt zudem einen extra Warteraum für Kunden, die auf eine Verschreibung warten müssen. Das einzige was noch irgendwie an das Thema erinnert ist die Farbwahl, denn die Apotheke ist komplett in zartem Krankenhaus-Grün gehalten.

Nubo

Wer schon einmal in einem Indoor-Spielplatz war, weiß, wie hässlich solche Orte normalerweise aussehen. Nicht so aber Nubo im australischen Alexandria, einem Ort, an dem sich Kinder austoben können. Das komplette Design ist in dezentem Weiß gemischt mit viel hellem Holz gehalten. Kanten und Ecken sucht man vergeblich. Stattdessen alles rund – vom Türrahmen bis zum Waschbecken im Waschraum. Im Malraum können sich die Kids kreativ austoben, in der Bücherei warten unzählige Bücher auf neugierige Leser und im Bewegungsraum ist eine riesige Rutsche das Highlight. Natürlich gibt es auch eine Küche, in der die Kinder viel über gesunde Ernährung lernen und erste Erfahrung im Kochen sammeln können. Hier wird der vielbeschworene Community-Gedanke schon für die Kleinsten erfolgreich umgesetzt – allerdings in ziemlich coolem Ambiente.



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