Ein bisschen Visual Merchandising-Inspiration gefällig? Von Lametta als Decken-Deko bis hin zu Suchbildern als Eyecatcher im Schaufenster: Ein Blick auf die Retail-Konzepte der britischen Hauptstadt lohnt sich – während der Schauenwoche einmal mehr.

Farb-Flash

Farbe als Visual Merchandising-Thema klingt zu simpel? Muss es aber nicht sein. Wenn etwa, wie beim Louis Vuitton-Shop-in-Shop bei Selfridges, eine überdimensionale Puppe in Neontönen als Blickfänger eingesetzt wird. Oder bei Harrods, wo gleich alle Schaufenster dem Thema „Art of Colour” gewidmet sind. Diese sind jeweils innerhalb eines Pastelltons gehalten und zeigen Outfits, Schuhe und Taschen mit farblich abgestimmten Haushaltsgegenständen, wie etwa Waschmittel-Flaschen oder Brotdosen. Knalliger wird es bei Weekday, wo Wände in Neonfarben oder mit regenbogenartigem Schimmer im Store gleichermaßen als Raumtrenner und Eyecatcher fungieren oder bei Zara, wo sowohl Outfits als auch die Video-Screens im Hintergrund in Knallfarben erstrahlen.

Kunst und Kollektionen

„State of the Art”, so umschreibt Selfridges selbst das Thema seiner Kunst-Installationen, die sich im Eingangsbereich des Luxus-Kaufhauses befinden und zugleich die Fenster zieren. Von kämpfenden, farbigen Polarbären bis hin zu Röhrenfernsehern, auf denen Videos ablaufen – wie etwa das einer Hand, die den Kunden zu sich heranwinkt. Im Eingangsbereich können schließlich die Kunst-Objekte auch erworben werden, wie etwa die Luftballon-Tiere von Jeff Koons. Gleiches gilt für Shop at Bluebird, hier werden Malereien ausgestellt und zum Verkauf angeboten – und schaffen so innerhalb des Stores am Covent Garden den Übergang von Mode zu Interior. J Crew setzt das Thema dezenter um und versieht den Treppenaufgang im Store mit allerlei Bildnissen und Rahmen, die jedoch rein der Deko dienen. Mulberry nutzt eine freie Ladenfläche neben seiner Depandance auf der Regent Street für eine temporäre Installation zur LFW, die an eine Kunstausstellung erinnert. Beim Flagship-Store von H&M auf der Regent Street läuft der Kunde ebenalls auf eine riesige Rückwand zu, die gänzlich von einer Zeichnung eingenommen wird. Bei Zara Home hängt im Schaufenster eine Wand aus Gabeln – mit der Frage „Where is the Spoon?” – und bewegt so nicht nur den Kunden auf kreative Weise zum Stehenbleiben bei der Suche nach dem Löffel, sondern erinnert im weiteren Sinne auch an ein Kunstwerk.

Flora und Fauna

Harvey Nichols zeigt in seinen Fenstern an der Knightsbridge verfremdete Silhouetten aus Holz, die sich um die Mannequins schlingen und innerhalb des Luxus-Department Stores thematisch fortsetzen. Auch anderenorts, etwa bei Anthropologie, finden sich Papierblumen schon in den Schaufenstern und schaffen so einen Übergang zu den Pflanzenwelten im Geschäft – wie etwa der mehreren Stockwerke umfassenden Pflanzenwand. Die Blumen und Gewächse vermitteln, ob echt oder nicht, Wärme und Natürlichkeit. Auch Beauty-Stores machen sich diesen Effekt zu eigen, so fasst Pixi in seinem Beauty-Store auf der Carnaby Street Spiegel und Beauty-Produkte in Blumenranken.

Decken-Deko

Der Blick nach oben lohnt sich: bei Burberry findet sich dort von der Decke hängendes Lametta, ebenso bei Weekday. Desigual zeigt außerdem Discokugeln und Glasflaschen, die zuhauf von der Decke baumeln. Besonders beeindruckend ist der Effekt, wenn er sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Bei The Shop at Bluebird darf es mal ein großer, verspiegelter Würfel sein, der an der Decke befestigt ist oder eine Kombination verschiedenartiger Retro-Lampen. Ähnliches zeigt Topshop mit einer Ansammlung metallener Lampenschirme, die prominent inmitten der Treppe emporranken. Selbst ganze Einkaufsstraßen widmen sich diesem Thema – so zeigen etwa die Carnaby Street oder Regent Street diagonal von links nach rechts gesponnene Glühbirnen-Lichterketten. Auch Brandy Melville auf der Carnaby Street spannt eine filigranere Variante davon unter seine Industrie-Decken.

Denim dominiert

Denim mag zwar nicht nach einem neuen Visual Merchandising-Thema klingen, zeigt sich aber erstaunlich oft in den Schaufenstern der Metropole – und wird dabei durchaus kreativ umgesetzt. Meist bei vertikalen Konzepten wie H&M, Weekday oder Uniqlo, aber auch mal bei J Crew. Der GAP-Store auf der Oxford Street widmet sogar seine komplette Außenfront dem Thema, sowohl in Form von Jeans tragenden Puppen als auch Denim-Fotografien, die sich über ganze Stockwerke erstrecken. Der Flagship-Store von Topshop an der Oxford Street zeigt ausschließlich Denim-Outfits, versehen mit Hangtags und Hinweisen zu den jeweiligen Shapes sowie großen Denim-Lookbook-Fotos im Hintergrund. Der Slogan: „Fit in – Stand out”.
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