Womenswear-Trends Frühjahr 2023

Vier Fakten für Feminität

Die Wiederentdeckung der Weiblichkeit. Neben Tailoring ist das einer der wichtigsten Trends in der Womenswear zum nächsten Frühjahr. Umgesetzt wird er für die Premium-Kundin mit viel Gefühl, ohne zu viel nackte Haut zu zeigen. Dezente Cut-outs, Transparenz durch Maschen, leicht verkürzte Tops und nicht zuletzt die Sanduhr-Silhouette stehen dafür.

1. Fokus Transparenz

Durchblick
Bloom
Durchblick
Das ist die echt subtile Seite der Weiblichkeit. Denn Transparenz zeigt sich extrem behutsam, mit ganz viel Gefühl. Da geht es vordergründig keineswegs um Voile und Chiffon. Das Spiel mit dem Durchblick zeigt sich in gänzlich neuen, eher lässigen Spielarten. Denn es wird vor allem über Strick gespielt. Hauchzarte Maschenbilder, Netzstrukturen, Crochet-, Häkel- und Ajour-Bilder sorgen für eine fast schon sportive, zumindest aber entspannte Interpretation des Transparenz-Motivs. Da geht es eher um die Andeutung, das Erahnen der nackten Haut. Pures Understatement, während die Silhouette durchaus relaxed bleiben darf. Transparenz kann auch cool.

2. Fokus Cut-out

Guckloch
Riani
Guckloch
Durchaus gewagt und vielleicht nicht unbedingt kommerziell. Doch auf jeden Fall ein neues Detail, mit dem viele Kollektionen spielen. Aber: "Man muss den Cut-out an körperfreundlichen Stellen platzieren", wie es eine Designerin formuliert. Das heißt, an Schultern, als Ärmelschlitz, als Open Back am Rücken oder dezent am Dekolleté ist er am einfachsten. Rund um Taille und Bauch wird es schon riskanter. Dennoch, pointiert eingesetzt, ist der Cut-out ein Element, das in vielen Kollektionen die neue Lust auf Feminität und Sexappeal unterstreicht. Denn so kann man wohldosiert und sehr pointiert ein wenig Haut zeigen.

3. Fokus Bauchnabel

Bauch
Luisa Cerano
Bauch
Ein bisschen Y2K für die Premium-Kundin darf es dann doch sein. Das cropped Top wird schon im Herbst ganz dezent, über Blusen getragen, angetestet. Jetzt sind die Anbieter etwas mutiger. Leicht verkürzte Oberteile zeigen sich in vielen Kollektionen. Kreieren sie doch einen neuen Look mit lange nicht dagewesenen Proportionen. Allerdings geht es immer um eine subtile Nabelschau. Bloß kein offensives Bauchfrei. Leicht verkürzte Strick- oder Jersey-Rippentops lassen ein wenig nackte Haut blitzen. Nie zu viel. Das Ganze ist der feminine Gegenpart zum smarten Aufsteiger Tailoring. Chic, sexy, aber immer noch korrekt.

4. Fokus Taille

Taille
Emanou
Taille
Nach Saisons im Oversize- und Kuschelmodus geht es jetzt wieder ran an die Figur. Die Taille rückt ganz klar in den Fokus. Und das nicht etwa nur beim Kleid, wo sie über Bänder-, Schleifen- und Gürtellösungen festgezurrt wird. Sondern auch bei der Hose. Denn die endlich auch kommerziell erfolgreiche weite Hosen-Silhouette impliziert meistens eine hohe Taille, die ebenfalls über Gürtel oder über Bundfalten in Szene gesetzt wird. Auch der Tunnelzug hat noch nicht ganz ausgedient. Jetzt aber nicht mehr für die Joggpant, von der kaum noch jemand spricht. Sondern als Figurformer für fließende Kleider, die nur subtil auf Silhouette getrimmt werden. Nicht alles ist Sanduhr – aber ein bisschen wär’ schon gut.
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