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Die besten Schaufenster

Window Shopping in London

Anna Lenz
Harrods setzt auf monochrome Farbwelten.
Harrods setzt auf monochrome Farbwelten.

Wenn sich während der London Fashion Week überdurchschnittlich viel modeaffines Publikum in der britischen Hauptstadt tummelt, ziehen die Visual Merchandiser alle Register. Von Neon-Farben bis hin zu Flora und Fauna, von Lametta bis zu Spiegeleffekten: In diesen Tagen lohnt sich ein Blick auf die Londoner Stores ganz besonders. Ohnehin eine Institution in Sachen Schaufenster und Store-Gestaltung sind dabei die drei großen Luxus-Department-Stores Harrods, Harvey Nichols und Selfridges. Grund genug für die TextilWirtschaft, diese bei einem nächtlichen Window Shopping-Streifzug einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Holz bei Harvey Nichols

Frühjahrs-Schaufenster in London: Harvey Nichols


Derzeit zeigt sich besonders viel Natur in Londoner Stores − von mehreren Stockwerken umfassenden, grün bepflanzten Rückwänden bis hin zu Papierblumen an der Decke. Inmitten dieser Bewegung greift auch Harvey Nichols an der Knightsbridge den Trend zu Natur im Visual Merchandising auf − und stellt Holz ins Zentrum seiner Schaufenster. Als verfremdete Körper, die sich um die Schaufensterpuppen schlingen, oder in Form von organischen Gebilden als Rückwand. Diese Thematik zieht sich auch durch die gesamten Etagen des Luxus-Kaufhauses, so finden sich auch innerhalb dessen dekonstruierte Mannequins, die an jene aus dem Schaufenster erinnern, oder Holzgebilde wieder.

Farbe bei Harrods

Frühjahrs-Schaufenster in London: Harrods


Farbe, Farbe, Farbe: Harrods rückt auf der Brompton Road unter dem Motto „The Art of Colour” pastellige Töne in den Fokus seines Visual Merchandisings. So werden die Puppen und ihre Outfits farblich auf die Regale an den Rückwänden abgestimmt. Diese sind in Pastellrosa, Mint oder zartem Lila gestaltet und enthalten Küchenutensilien- von Eierkartons über Waschmittel-Flaschen bis zu Butterbrotdosen. Allesamt ohne Labels und stattdessen in monochrome Farben getaucht, die thematisch das gesamte Schaufenster dominieren. Auch die Beauty-Schaufenster, die einzelne Produkte und Labels in den Vordergrund rücken, sind jeweils monochrom innerhalb einer Farbwelt gehalten.

Kunst bei Selfridges

Frühjahrs-Schaufenster in London: Selfridges


State of the Arts - im wahrsten Sinne des Wortes. Unter diesem Slogan umschreibt Selfridges selbst seine Schaufenster, die diesmal von Kunstwerken statt Mode geziert werden. Und zwar nicht nur beim Luxus-Department-Store auf der Oxford Street, sondern auch den Ablegern in Birmingham und Manchester. Teil dieser Kampagne sind daneben Installationen, Performances und Workshops, in die auch Kunden eingebunden werden. Selfridges selbst stellt die Frage: „Wo fängt die Grenze zwischen Mode und Kunst an − und wo hört sie auf?” Entsprechend können Kunden auch die Kunstwerke, die im Eingangsbereich einen prominenten Platz einnehmen, erwerben. So gibt es die typischen Luftballon-Tiere von Jeff Koons in Minatur-Version ab 13.500 Pfund oder eine Kunst-Installation aus Basketbällen im Wert von 115.000 Pfund zu kaufen. Daneben bietet der Art-Shop auch kleinere, erschwinglichere Mitnahmeartikel an. Über die Schaufenster können die Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten schon einen Blick auf den Art-Shop werfen. Daneben zieren etwa übergroße, farbige Polarbären von Paola Pivi oder eine Installation aus mehreren Röhrenfernsehern die Fenster. Fun fact: Auf einem davon läuft das Video einer Hand ab, die den Kunden zu sich heranzuwinken scheint.

Lesen Sie mehr zur London Fashion Week und dem Visual Merchandising am 27. Februar ab 17 Uhr im E-Paper der TextilWirtschaft und am 28. Februar in der gedruckten Ausgabe.
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